Der Deutsche Lokaljournalistenpreis 2021 hat seine Gewinnerinnen und Gewinner
Die Jury des von der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. (KAS) mit Sitz in Berlin ausgeschriebenen Deutschen Lokaljournalistenpreises hat unter den insgesamt 348 Einsendungen des Preisjahrgangs 2021 ihre Entscheidungen getroffen.
Der 1. Preis geht an den Zeitungsverlag Waiblingen für die Recherchen von Redakteur Alexander Roth zur Querdenker-Szene in der Region Stuttgart. „Alexander Roth ist dank der intensiven und weit über die Stuttgarter Region hinausgehenden Recherchetätigkeit eine herausragende Dokumentation der Querdenkerbewegung, ihrer Strukturen und Ziele gelungen. Er ordnet die Fakten ein, macht Hintergründe deutlich und legt Verbindungen zwischen den führenden Köpfen der antidemokratischen Bewegung in den einzelnen Bundesländern offen.“ Die „mutige und vor allem gesellschaftlich extrem relevante Berichterstattung“ werde bis heute fortgesetzt. Begründet die Jury ihre Entscheidung.
Der 2. Preis geht an die Alfelder Zeitung für die investigative Recherche von Lokalredakteur Marco Althaus zum Hildesheimer Landrat und seinem unter dubiosen Umständen erworbenen Doktortitel. Althaus stolperte beim Routineblick auf Social Media darüber, dass Landrat Olaf Levonen von der SPD plötzlich einen Doktortitel führte. Die Neugier des Reporters war geweckt…
„Eine irre Geschichte, von der ohne aktive und unabhängig tätige Lokaljournalisten vor Ort wohl niemand je erfahren hätte“, lobt die Jury. „Doch damit solche Beiträge letztlich tatsächlich veröffentlicht werden, bedarf es eben auch eines Journalisten wie Marco Althaus, der neugierig ist, Distanz zu den Mächtigen im Verbreitungsgebiet wahrt, Hartnäckigkeit beweist, Rückendeckung durch die Redaktion erhält und ein gutes Handwerk beherrscht.“
Der 3. Preis geht an den Bonner Generalanzeiger für seine Berichterstattung über die Flutkatastrophe im Juli 2021, die über große Teile von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hereinbrach und insgesamt über 180 Todesopfer forderte.
Die Jury hat sich unter den vielen guten Einsendungen zu diesem Thema für den Bonner Generalanzeiger entschieden, weil er „eine konzeptionell durchdachte Arbeit über alle Ausspielkanäle hinweg“ ablieferte und „mit Teamleistung und Innovation“ überzeugte. Zudem sei es der Zeitung beispielhaft gelungen, „die Flut-Berichterstattung mit Videos und Podcasts ins Digitale zu verlängern“. Vor allem die erste Printausgabe nach der Flut hat die Jury überzeugt: Sie war mutig in der Optik. Und es gab neben der aktuellen Berichterstattung, die sich durch große Relevanz und Emotionalität auszeichnete, bereits hintergründige Beiträge zur Ursachenforschung.
Der Sonderpreis für Volontärsprojekte geht an die Reportage von Nina Breher vom Tagesspiegel über einen Essenskurier in Berlin. „Die Autorin beschreibt die Parallelwelten der Großstadt zwischen edlen Lobbys und dreckigen Hinterhöfen“, entstanden sei eine Geschichte, „die für sich steht und zugleich die generellen Probleme dieser Boom-Branche und unserer Gesellschaft insgesamt aufzeigt“. Erklärt die Jury ihre Entscheidung.
Am 17. Oktober 2022 sollen die Ehrungen der Gewinnerinnen und Gewinner stattfinden, der Ort der Preisverleihung steht noch nicht fest.
Der Deutsche Lokaljournalistenpreis der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung wird seit 1980 verliehen und ist mit insgesamt 12.500 Euro dotiert. Der Sonderpreis für Volontärs-Projekte wird seit 2013 ausgelobt.
Die Jury-Mitglieder sind: Jana Klameth, Sprecherin der Jury (Freie Presse, Chemnitz), Jochen Blind (Konrad-Adenauer-Stiftung), Inken Boyens (Boyens Medien), Uwe Conradt (Oberbürgermeister von Saarbrücken) und Jost Lübben (Westfalenpost) sowie Jasmin Off (Lübecker Nachrichten).
(jla) 06.07.2022


