Kurt-Magnus-Preis der ARD 2022: diesjährige Preisträger:innen stehen fest
(obere Reihe, v.l.n.r.) Rahel Klein (DLF), Trägerin des 1. Preises; Constantin Zöller (SWR), Träger des 1. Preises; Jennifer Johnston (NDR), Trägerin des 1. Preises; (untere Reihe, v.l.n.r.): Sebastian Schreiber (hr), Träger des 2. Preises; Portrait von Kurt Magnus und Dr. Franziska Hoppen (rbb), Trägerin des 2. Preises. Bild © hr/Lea Klein/SWR-Christian Koch/NDR-Hendrick Lüders/Privat-Marilyn Baumann/Sascha Rheker/Privat
Fünf junge Radiotalente erhalten den Kurt-Magnus-Preis der ARD 2022, der in diesem Jahr zum 60. Mal verliehen wurde und mit insgesamt 24.000 Euro dotiert ist. Die Preisverleihung fand am 7. April 2022 in einem virtuellen Rahmen statt.
Die ersten Preise, dotiert mit je 6.000 Euro, bekommen Constantin Zöller (SWR), Rahel Klein (Deutschlandfunk) und Jennifer Johnston (NDR). Mit den zweiten Preisen (je 3.000 Euro) werden Dr. Franziska Hoppen (rbb) und Sebastian Schreiber (hr) ausgezeichnet.
Die Jury, bestehend aus der Jury Vorsitzenden und hr Programmdirektorin Gabriele Holzner und rbb Chefredakteur und Vorsitzender der Audioprogrammkonferenz Dr. David Biesinger sowie der Programmdirektorin des SWR Anke Mai begründet Ihre Auszeichnungen wie folgt:
Hörfunkmoderator Constantin Zöller vom Südwestrundfunk:
"Sofort springen einem die Stärken von Constantin Zöller ins Ohr. Seine Fähigkeit, eine besondere Atmosphäre entstehen zu lassen. Seine Schlagfertigkeit. Sein Timing. Die Mischung aus Frechheit und respektvollem Umgang. Das ist gute Unterhaltung, und es ist noch viel mehr. Immer wieder kitzelt er interessante Antworten heraus. Zeigt bei den Politikerinterviews mit Hilfe seines Humors den Menschen hinter der Fassade. Erzeugt persönliche Momente".
Der 34-jährige Constantin Zöllner moderiert unter anderem die Sendungen "SWR3 Luna – die ARD Popnacht" und "SWR3 PopUp" und führte zwei Jahre lang gemeinsam mit Thomas Gottschalk – der 1978 ebenfalls mit dem Kurt-Magnus-Preis ausgezeichnet wurde – durch die SWR3-Sendung "Gottschalk & Zöller".
Deutschlandfunk-Nova-Moderatorin Rahel Klein:
"Gute Fragen, gute Ideen – zeitgemäß präsentiert und umgesetzt" -
"Rahel Klein hat uns, die Jury des Kurt-Magnus-Preises, voll überzeugt, weil sie Radiojournalismus mit unterhaltsamer Tiefe betreibt, weil sie die Schönheit, Nähe und Faszination, die Direktheit und Spontaneität des Mediums Radio in eine Audio-Welt überführt, weil sie eine junge Zielgruppe damit erreicht und für dieses Medium gewinnt."
Die 31-jährige Rahel Klein setzt sich in ihrem Podcast "Deep Talk – Deutschlandfunk Nova" gemeinsam mit Gästen aus Politik und Gesellschaft mit bunten Geschichten aus dem "ganz normal verrückten Leben" auseinander. Politik-Talk vor den Spätis Berlins präsentiert sie in der Reihe "Ich würde nie...", in der sie Spitzenpolitikerinnen und –politikern der sechs größten Parteien Deutschlands auf den Zahn fühlt.
Jennifer Johnston, 33, vom Norddeutschen Rundfunk:
"Jennifer Johnston überzeugt mit Vielseitigkeit und journalistischer Exzellenz"
Die 33-jährige crossmediale Reporterin hat sich auf Wirtschaftsjournalismus spezialisiert und setzt sich, so die Jury, "ohne Scheu und Scheuklappen" investigativ, selbstverständlich und professionell mit komplexen Themen auseinander. Besonders unter Beweis stellt sie diese Fähigkeiten in der siebenteiligen Podcast-Reihe "Winterkorn und seine Ingenieure" rund um den Dieselskandal des VW-Konzerns, der eine der umfassendsten Recherchen des NDR im vergangenen Jahr zugrunde liegt. Die Reihe, argumentiert die Jury, nehme die Hörerinnen und Hörer mit auf eine Reise ins Innere eines Konzerns und veranschauliche, wie Machtstrukturen und Verantwortungslosigkeit, aber auch Schuldgefühle und Ohnmacht den Skandal möglich machten. "Mit journalistischer Exzellenz, zu der Hartnäckigkeit genauso gehört wie die Fähigkeit, Komplexes einfach und erlebbar zu machen, mit Vielseitigkeit, seien es die Themen, die Ausspielwege oder die Genres, hat uns Jennifer Johnston als Jury überzeugt."
Dr. Franziska Hoppen vom Rundfunk Berlin-Brandenburg:
"Journalistinnen wie Dr. Franziska Hoppen sorgen dafür, dass Radio zeitgemäß bleibt"
Klug und klar, hintergründig und einfach, vielschichtig und verständlich – dass dies keine Gegensätze sind, beweist Dr. Franziska Hoppen, 31, vom Rundfunk Berlin-Brandenburg. Ob mit ihren Live-Reportagen aus Brandenburg und Berlin, als Korrespondentin aus dem ARD-Hörfunkstudio Washington oder im Podcast "Giga Gründheide - Tesla in Brandenburg": Der Radiomacherin gelingt es, komplexe Themen in eine klare Sprache zu übersetzen und Zusammenhänge für die Hörerinnen und Hörer anschaulich zu erklären. Stimme, Sprache, Töne und Geräusche setzt sie dabei so geschickt ein, dass die Informationen ins Ohr gehen und im Kopf bleiben. "Das ist öffentlich-rechtlicher Journalismus, egal, ob im linearen Radio oder nonlinear als Podcast. Das ist das Rückgrat öffentlich-rechtlicher Berichterstattung – und darauf müssen wir uns immer und wieder besinnen. Junge Journalistinnen wie Franziska Hoppen, die ihr Talent mit dem Anspruch auf Qualität vereinen, sorgen dafür, dass Radio oder Audio zeitgemäß bleiben, und das in allen Genres – von der Nachrichtenminute bis zum Radiofeature, in Gesprächen wie in Kommentaren".
Sebastian Schreiber vom Hessischen Rundfunk:
"Sebastian Schreiber gelingt es, die 'wirklich guten Geschichten' zu erzählen"
Die Jury beschreibt den 31-jährigen hr-iNFO-Moderator und ARD-Finanzkorrespondent als "echten Journalisten", dem es gelinge, die "wirklich guten Geschichten" zu erzählen, umfassend zu recherchieren und komplexe Themen verständlich, ungefiltert und sachlich zu erklären. Für eine freie, moderne, demokratische Gesellschaft sei fundierter, unabhängiger Journalismus wichtiger denn je, um den Menschen einen Wegweiser durch den medialen Dschungel zu bieten und Orientierung zu geben. "Dieser Journalismus ist es, der unsere Radiowellen unersetzlich macht, der durch die Nähe und Aktualität, durch den Moment des Live-Erlebens dafür sorgt, dass auch junge Menschen dieses Medium lieben und schätzen, weil sie hier die verlässliche Information erhalten, die sie anderswo vermissen. Es ist also nur konsequent, dass ein 'echter Journalist' den Kurt Magnus Preis erhält".
"Die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger repräsentieren die gesamte Bandbreite und Vielfalt dessen, was das öffentlich-rechtliche Radio und Audio im Jahr 2022 auszeichnet: verlässliche Informationen, hintergründiges Erklären von Zusammenhängen, Facettenreichtum, erlebbare Geschichten und nicht zuletzt Unterhaltung", so die Jury.
Der Kurt-Magnus-Preis ist ein Hörfunkpreis, der zur Förderung des Nachwuchses für überdurchschnittliche Leistungen im Hörfunkjournalismus verliehen wird und als einer „der bedeutendsten Hörfunkpreise in Deutschland“ gilt. Das Höchstalter für die Teilnahme beträgt 35 Jahre. Der Preis wurde 1962 zum Andenken an Kurt Magnus, einen der Pioniere des deutschen Rundfunks und ehemaligen Verwaltungsratsvorsitzenden des Hessischen Rundfunks, von der ARD gestiftet und 1963 erstmals vergeben. Die Federführung für die Preisverleihung liegt beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main.
(jla) 08.04.2022


