WDR Dokumentation „Hiobsbotschaft“ gewinnt Fernsehpreis des Hartmannbundes
Ilka_aus_der_Mark, diesjährige Gewinnerin des Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes (Foto: Christoph Goldbeck)
Filmautorin Ilka aus der Mark wird mit dem diesjährigen Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes für „Hiobsbotschaft – Wie Ärzte um die richtigen Worte ringen“ (WDR) ausgezeichnet. Ihre Recherche im deutschen Gesundheitssystem, die noch vor der Corona-Pandemie begann, zog sich über ein Jahr hin. Ziel der Nachforschungen war herauszufinden, was bei der Kommunikation zwischen Patient und Arzt falsch läuft.Die Fachjury wählte die Dokumentation von Ilka aus der Mark aus 33 eingesandten Beiträgen aus.
Die Jury begründet ihre Entscheidung u.a. wie folgt:
„Ilka aus der Mark hat aus dem wichtigen medizinischen Dauerthema, dem Stellenwert der sprechenden Medizin, einen Film gemacht, der sich vor allem durch ein erstaunliches Fingerspitzengefühl für die ProtagonistInnen hervorhebt. Sie sind nicht nur Stichwortgeber bzw. Beispiele, um Statistiken zu belegen, sie erhalten Raum und Platz für ihre Anliegen. Sie stellt zudem eine außergewöhnliche Nähe zu den Ärztinnen und Ärzten her, die ihr am Ende selbstkritische und sehr persönliche Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt gewähren. Diese Nähe ist das eigentliche Pfund der Dokumentation, sie baut hierdurch eine außergewöhnliche dramaturgische Spannung auf und macht den Film damit so einzigartig. Die Autorin geht immer wieder auf die Einzelschicksale ein, verbindet diese mit dem Kommunikations-Training der jungen Mediziner, zeigt Fortschritte auf – alles sachlich und dennoch sehr berührend. Darüber hinaus klagt der Film zu keinem Zeitpunkt an – im Gegenteil: Er greift die Probleme stets unvoreingenommen auf, gibt Einblick in das ökonomische Spannungsfeld. Insbesondere die starke Schlusssequenz bleibt lange im Kopf, in der ein angehender Mediziner gefordert ist, eine „Hiobsbotschaft“ zu überbringen – ein Schicksalsschlag für den Patienten. Und dennoch steht über allem die Hoffnung, dass sich die Bedingungen in Zukunft zum Positiven verändern.“
Die Jury-Mitglieder sind: Renate Werner – Filmemacherin und Autorin, Dr. Annette Tuffs – Ärztin und Medizinjournalistin, Nicola Kuhrt – Medizinjournalistin, Egbert Maibach-Nagel – Chefredakteur des Deutschen Ärzteblattes und Wolfgang van den Bergh – Chefredakteur der Ärztezeitung.
1966 wurde der Film- und Fernsehpreis des Hartmannbundes als ideeller Preis gestiftet und wird 2020 zum 48. Mal verliehen. Jährlich können sich Sendeanstalten, Filmemacher und Produzenten mit Spiel- und Dokumentarfilmen sowie Fernsehbeiträgen bewerben, die aktuelle Themen und Probleme der Ärzte und Patienten überzeugend darstellen.
(jla) 11.11.2020


