Trauer um Anneliese Friedmann
Anneliese Friedmann mit Stephan Braunfels -25 Jahre Architekturbüro Braunfels Feierlichkeiten in der Rotunde der Pinakothek der Moderne am 29.9.2003- (Foto:Catherina Hess)
Verlegerin, Herausgeberin und Journalistin Anneliese Friedmann ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Die Gesellschafterin der Süddeutschen Zeitung (SZ) und langjährige Herausgeberin der Münchner Abendzeitung (AZ) starb am 7. November 2020 in München.
Friedmann startete ihre journalistische Karriere 1948 bei der SZ, damals als einzige weibliche Volontärin. Bis 1960 arbeitete sie dort als Redakteurin in verschiedenen Redaktionen des Blattes. Mit ihrer Kolumne in der AZ, die sie unter dem Pseudonym „Sibylle“ schrieb, war sie so erfolgreich, dass Henri Nannen sie 1960 zum „Stern“ holte. Bundesweite Bekanntheit erlangte sie ebenfalls, als sie dem Regisseur Helmut Dietl als Vorbild für seine Fernsehserie „Kir Royal“, diente. In dem Format geht es um das Leben einer Boulevard-Zeitungs-Verlegerin und eines Klatschreporters in der Münchner Schickeria der 80er-Jahre.
Nach dem Tod ihres Mannes Werner Friedmann, dem Mitbegründer der Süddeutschen Zeitung und Gründer der AZ, wurde sie 1969 Gesellschafterin des Süddeutschen Verlages.
Anneliese Friedmann ist vielfach ausgezeichnet: 1994 erhielt sie für ihr soziales Engagement den Paul-Klinger-Preis der Deutschen Angestellten Gewerkschaft, 1998 den Publizistikpreis der Landeshauptstadt München und 2013 bekam sie den Henri-Nannen-Preis für ihr Lebenswerk.
(jla) 11.11.2020


